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Silvia Walter
Ich habe bisher nur sehr gute Erfahrungen mit der Textmanufaktur. Ich habe eine hervorragende Lektorin, die sich sehr ausführlich mit meinen Texten beschäftigt. Die Skripte sind gut verständlich und ausführlich. Ich freue mich jeden Monat auf mein neues Skript. Der Kundenservice ist sehr zuvorkommend und freundlich. Habe schon mehrfach Bescheinigungen und Kopien benötigt, jedes mal kam postwendend die Antwort.
Esaha
Ich kann diesen Fernstudien-Anbieter für Autoren ganz und gar nicht empfehlen. Selbst beschreibt sich die Textmanufaktur in ihrem kostenlos zugänglichen Info-/Werbematerial als, Zitat, "eine der wichtigsten Weiterbildungseinrichtungen für Schriftstellerinnen und Schriftsteller im deutschsprachigen Raum". Meine ernüchternde Erfahrung aus Juli und August 2021: Ich habe - ermäßigt als in Corona-Zeiten arbeitsuchende, ehemalige Freelancerin - 225 Euro für zwei Monate bezahlt. Dafür bekam ich im ersten Monat meiner Teilnahme ein Heftchen mit 34 beschriebenen Textseiten (samt Glossar und Inhaltsangabe sowie Leerseiten sind es 44). Die Seitenzahl selbst ist und war dabei für mich weniger irritierend - auch kurz und knapp lässt sich ja Gehaltvolles vermitteln - doch gleich auf der ersten Seite im ersten Satz prangt eine Formulierung, die nicht dudenkonform ist. Das hat mich wirklich sehr beschäftigt. In dem Heftchen geht und ging es ja um Sprache. Und um das Thema Textanfang. Boom. Das ist natürlich ein Ding. Immer noch im ersten Absatz bekommt es Gesellschaft. (Mein Redigierauge liest mit, ist ein Automatismus.) Nun habe ich mich vieles gefragt: Keiner der erfolgreichen Autoren und Lektoren, die hier ausbilden, hat den Verfasser des Lehrmaterials darauf (und auf anderes) hingewiesen? Wie das? Lesen und lasen denn die Ausbilder der Textmanufaktur nicht selbst vorher, was ihre Schüler*innen rezipieren? Oder ein Korrektor? Es war bei Weitem auch nicht die einzige Sprachirritation in dem Material. Obwohl ich skeptisch war, habe ich mich voll auf die erste Aufgabe eingelassen. Ich wollte das Ganze nicht überbewerten, auch wenn es mich gelöchert hat. Am 28. Juli schickte ich also meine Aufgabe als PDF mit 10 Seiten ein. Es gab keine Eingangsbestätigung. Es gab erst einmal gar nichts. Um mich nicht selbst zu demotivieren, las ich das zweite Heftchen nicht, das zwischenzeitlich gekommen war. 33 Textseiten waren es diesmal. Dann erhielt ich am 9. August eine Mail von dem für mich ausgesuchten Lektor. Ich wahre die Vertraulichkeit und zitiere bewusst nichts aus dieser eMail. Inhaltlich stand da jedenfalls kein Wort zu meiner eingereichten Aufgabe. Es handelte sich vielmehr um eine Vorstellung, aus der hervorging, dass dieser Mensch wahnsinnig beschäftigt ist und sich dann am kommenden Wochenende melden werde. Ich sage es mal so: Performance und Wording pass(t)en perfekt zu eingangs erwähnten Selbstbeschreibung des Fernstudien-Anbieters. Nur, dass mich weder die Anzahl veröffentlichter Bücher mit und ohne Gattin noch die anderweitigen Aufträge des Studienbegleiters interessieren. Das ist für mich (noch) kein Qualitätsmerkmal. Ich habe also im ersten Monat 112,50 Euro für ein Heftchen bezahlt, und das war's. Im zweiten Monat wiederum 112,50 Euro für ein weiteres Heftchen, das ich nicht einmal mehr lesen wollte und will. Natürlich standen mir für die 225 Euro noch zwei so genannte Gutachten zu. Das wurde auch im Zuge meiner Kündigung explizit mitgeteilt. Nur, was soll ich mit Gutachten, wenn ich mein Vertrauen verliere und aussteige? Auf meine Kündigung ohne Angabe von Gründen kam auch keine Nachfrage mehr, was mich zu dieser Entscheidung veranlasst hat. (Das hatte ich testen wollen.) Das wäre in meiner Wahrnehmung wenigstens noch ein Zeichen von Professionalität gewesen: Qualitätssicherung und Selbstreflexion. Da ich die Kündigung in der zweiten Augustwoche geschickt hatte, sollte ich zu allem Überfluss noch einmal 112,50 Euro im September zahlen. Meine entsprechende Mail wurde dann kulant beantwortet: Mit der August-Zahlung ist und war Schluss. (Ich musste mich gerade sehr zusammenreißen, um das kulant nicht in Anführungszeichen zu setzen!) Hätte ich doch nur auf mein Bauchgefühl gehört, als ich die Infobroschüre las. Dort schreibt die Textmanufaktur: "Diese (gemeint sind die Lektoren) werden sich die größte Mühe mit Ihren Texten geben". Größte Mühe. Schon vor 20 Jahren war die Formulierung mit dem Bemühen ein Code in Arbeitszeugnissen. Und der beschreibt nichts Gutes. Das war bitteres Lehrgeld für mich. Kulanz und echte Fairness wären für mich gewesen, mir den Augustbeitrag zu erstatten. Aber diesen Anbieter interessiert ja nicht einmal, was einen Teilnehmer zur Kündigung veranlasst. Daher klares: Daumen runter!
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Auch nicht für Geld. Unclaimed ist fair. Claimed gibt das Mikrofon — nicht den Radiergummi.